Lao Cai / Vietnam
287. Reistag
14.485 Kilometer
Regen, 6°C, schlechte Luft, graue Bilder, verkehrsreiche Straßen – China hat uns den Abschied leicht machen wollen. Doch auch, wenn unsere Eindrücke vom Reich der Mitte kontrovers sind, haben wir die bekannte Routine im Land lieb gewonnen. Bevor wir uns also an die Fahrrad, Rikscha und Karren- Schlange am chinesisch- vietnamesischen Grenzübergang anstellten und mit einer Kurzwarenverkäuferin um unseren Platz unter den Wartenden rivalisierten, füllten wir unsere Packtaschen noch einmal in einem chinesischen Supermarkt.
Haferflocken, Milchpulver, Rosinen, Nudelsuppen – wir schmunzelten uns beide an, als wir durchgehen, was zu besorgen ist. Selbst an der Grenze zum 16. Reiseland bleibt bei uns eine gewisse Unsicherheit. Sicher haben wir Routine im Geldwechseln, Essen neu kennenlernen und darin, den Reisealltag aufs neue Land anzupassen, doch ein wenig schmerzt es doch immer, erlernte Routine im alten Land zu lassen. Andreas jedenfalls kauft gleich zwei Packungen Haferflocken – bis Hanoi ist das Frühstück damit zumindest gesichert und dann, das wissen wir, werden wir auch in Vietnam etwas Essbares finden.
Als wir über den Grenzfluß rollen und mit zwei Vietnamesen auf den Stufen des Zollhauses über einen guten Wechselkurs verhandeln, scheint die Sonne nach vielen regennassen Tagen auf unsere Räder. Nach ein paar Minuten sind wir uns mit den Männern einig und in unseren Portemonais befinden sich ab sofort keine Yen, sondern Dong. – Schon wieder einmal sind wir mehrfache Millionäre und freuen uns auf das erste Abendessen, das wir mit ihnen bezahlen werden. Ohne Sprach- und Reiseführer (den bekommen wir erst in Hanoi) wird es eine erste, schöne Herausforderung im neuen Land.
China haben wir hinter uns gelassen – Zeit für den Abschlussartikel, doch ich werde noch ein paar Fahrradkilometer brauchen, um alle Gedanken zu diesem eindrucksstarken Land sortiert zu haben.

Hallo Johanna und Andreas,
durch puren Zufall habe ich über eines Eurer Videos auf YouTube Euer Reisetagebuch entdeckt und bis hierher über viele Stunden alle Eure Berichte, Bilder und Videos gelesen und gesehen.
Ich beglückwünsche Euch zu Euren bisherigen Leistungen auf dieser langen Reise und werde ab sofort ein weiterer (virtueller) Reisebegleiter sein. Nur zu gerne gebe ich zu, dass ich mächtig neugierig bin, wie es Euch auf Eurer gemeinsamen Reise weiter ergeht und welche Abenteuer noch auf Euch warten. Auf alle Fälle wünsche ich Euch Zweien alles erdenklich Gute, viel Glück und Gesundheit. Ich wünsche Euch noch viele nette Begegnungen und positive Eindrücke und Erlebnisse auf Eurer Reise um die Welt.
Euer Tagebuch hat mir – als begeisterten Radfahrer – erneut gezeigt, dass die schönste (und umweltfreundlichste) Art zu reisen, die auf zwei Rädern ist. Noch fehlt mir die nötige Zeit, aber in meinem Kopf ist die große Reise, die ich per Rad unternehmen werde, schon in Planung. Eure Erlebnisse und Erfahrungen sind mir bei meinen eigenen Planungen eine große Hilfe.
In Kürze ist hier, im kalten, stürmischen und verregneten Deutschland, Weihnachten und Jahreswechsel. Auf diesem Wege wünsche ich Euch Beiden schon heute ein frohes und gesundes Weihnachtsfest und alles, alles Gute für das neue Jahr.
Herzliche Grüße aus dem Frankenland – Ernst.