Tabriz / Iran
130. Reisetag
6.234 Kilometer
Vor uns liegt eine flimmernde Straße, dass verbrannte Grasland singt und das 40°C warme Wasser in meiner Trinkflasche kann meinen gierigen Durst nicht stillen…
… oft braucht es lange, bis wir Schatten für eine Pause gefunden haben. Doch über die Mittagsstunden ist die Flucht unter einen Baum das Einzige, was unseren überhitzen Körpern hilft (39°C im Schatten ~48°C in der Sonne).
Dienstag, als wir unsere Pässe um 15 Uhr endlich in den Händen hielten, haben wir dann den Sprung über die Grenze geschafft. Ohne Fragen, weitere Angaben oder Gepäckkontrolle durften wir in den Iran einreisen und konnten die 10km lange LKW-Schlange einfach hinter uns lassen. Seit dem trage ich Kopftuch, sind wir Rial-Millionäre, sehen wir, da wo Wörter sind, einfach Schlangenlinien (Farsi) und haben wir nur noch wenige Minuten für uns. Um diesen Blogeintrag verwirklichen zu können mussten wir diverse, eindringliche Einladungen abwehren und uns ein kleines Zimmer in Marand nehmen, in dem die Tür immer wieder aufgeht ,(ich mir mein Kopftuch um die Haare schlingen muss) und wir gebeten werden doch bitte wenigstens ein kleines Picknick mit der Familie zu machen.
Gestern waren wir zu einer Englischstunde eingeladen. In der Stadt Qarah Ziyaóddin gibt es eine lebendige Abendschule, in der wir uns mit jungen Frauen und deren Lehrer austauschen konnten. Schon jetzt haben wir das Gefühl mehr über das Land erfahren zu haben, als über die Türkei, da die Sprachbarriere hier im Iran, durch das gute Englisch vieler Menschen durchbrochen wird.
Wir freuen uns die nächsten Tage auf weitere Einladungen, einsame Zeltplätze, kühle Bäche zur Mittagszeit und hoffen, uns immer mal wieder in ein Cafe-Net(Internetcafe – selbstverständlich nach Geschlechtern getrennt) schleichen zu können, ohne freundlichen Iranern vor den Kopf stoßen zu müssen.
Nachtrag: Wir können diesen Eintrag dann doch erst heute in Tabriz ins Netz stellen, die Cafe-Net in Margan hatten leider bereits geschlossen, als wir mit einem Speicherstick (auf dem sich Artikel und Bilder befanden) bewaffnet loszogen. Daher nun noch ein Satz zum heutigen Tag. Als wir um 06:00 Uhr Margan verließen hatten noch alle Bäcker geschlossen. Doch das ist im Iran nicht weiter schlimm, denn als wir am Rande der Autobahn saßen und die letzten Kekse aus der Tasche zogen, hielt ein Autofahrer an, schaltete in den Rückwärtsgang setzte 500m auf der rechten Spur zurück, kam vor uns zum stehen und reichte uns ein frisches Brot, sagte kurz „bitte” und „gute Fahrt”, sprang ins Auto und fuhr weiter. Dieses Mal glücklicherweise in Fahrtrichtung geradeaus.
P.S.: Unsere Zusammenfassung Tuerkei ist online.

Ich mag gar nicht an braune klebrige Brause mit 40°C denken. Hoffentlich hatte der Straßenhändler sie irgendwie gekühlt.
Aber der Schmetterling gefällt mir irgendwie
Ich drücke euch alle Daumen und möget ihr die Gastfreundschaft bewältigt bekommen!
Martin
Wow, es hat tatsächlich geklappt! Weiterhin gute Fahrt, ich freue mich auf viele Eindrücke und Bilder aus dem Iran – so ungefiltert kommt man ja selten an Informationen aus diesem Land!