In der Sandkiste Chinas Noch mehr Wueste
Sep 232011

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Qiemo / China

207. Reisetag

11.268 Kilometer

Nach 700 km ändert sich die Körnung des Sandes. Aus dem ewigen Kies- Staubgemisch wird feinster „Strandsand“ und nach nur einem Tag und etwa 130 km beginnt der erste Schilfgrasbewuchs. Seit dem schützt  dieser die Straße vor dem Zuwehen. Der Wind hat von West auf Ost gedreht und das Wetter ist wärmer geworden. Am Tage haben wir 30°C, in der Nacht unter 10°C – alles gut geeignet um die Schönheit der Wüste zu genießen.

Doch in den letzten Tagen dehnte der Ostwind (Gegenwind) die immer gleiche, gerade Straße wie ein Gummi. Unendlich viele Kilometersteine an einer immer gleichen, geraden Asphaltachse, deren Mittelstreifen nie ein Ende zu finden scheint. Irgendwo an dieser Achse im ansonsten kaum besiedelten Xinjiang liegt Qiemo, eine Kleinstadt, in der wir nach sechs langen Radtagen die Beine ausschütteln.

Etwa 1.3 Mrd. (= 20% der Weltbevölkerung!) Chinesen soll es geben; noch immer wird die „Ein Kind Politik” in diesem Land durchgesetzt. Doch wo sind sie alle, diese ganzen Chinesen? 1.400 km tief sind wir schon ins Land pedalt und gerne würden wir hier öfter auf einen Melonen- oder Colaverkäufer treffen, doch oft liegen 100 km vor unseren Reifen, bis sich ein paar kleine Hütten um einen dünnen Flusslauf drängen und wir Brot und Wasser bekommen.

450 km Wüste sind es noch, dann kann ich endlich wieder über Bergwelten in der Provinz Qinghai berichten – berichten?  Die Dörfer die sich an den Highway G315 (3.000 km lange Straße zwischen Kaxgar und Xining) reihen,  scheinen hier noch weiter auseinander zu liegen.

7 Antworten to “Diese Wueste durchquert man mit dem Kopf”

  1. Jane&Micha_DD sagt:

    Hey Ihr Beiden,

    keep on cycling! Jede Menge harte Arbeit, die Ihr da leistet! Aber dafür auch jede Menge schöne, einmalige und unwiderkehrliche Eindrücke.

    Genießt die Zeit,

    Jane & Micha_DD :-)

  2. Eberhard sagt:

    Wunderschöne Bilder! Eure tollen Fotos lassen uns Miterleben und gestatten einen spannenden Einblick in ein großes Abenteuer.
    Ich freue mich schon auf den nächsten Reisebericht. Ich drücke weiterhin beide Daumen.
    Grüße aus Mönchengladbach, bei tollem sommerlichen Herbstwetter!

    Eberhard

  3. Johanna (Redaktion) sagt:

    Liebe Mittreisenden,

    die Frage nach den Platten – natürlich habe ich sie alle notiert, aber soll ich mich hier wirklich als Plattenkönigin outen – keiner wird mehr mit mir eine Tour fahren wollen:

    Andreas: vorne 2x; hinten 1x; Johanna: vorne 6x; hinten 5x (und einen neuen Mantel).

    Natürlich haben wir auch schon gerätselt, wie diese Differenz zur Stande kommt. Eine logische Antwort konnten wir bisher aber nicht finden.

    Die G 315:
    Bettina und Alex haben, soweit ich weiß, irgendeinen Termin in irgendeinem Land und haben meinem Wissen nach daher den Bus von Hotan bis Xining bestiegen. Noch sind wir zwar jeden Kilometer in China geradelt, aber auch uns sitzt die Zeit sprichwörtlich im Nacken. Bislang haben wir nur ein 60 Tage Visum. Wir hoffen auf eine Verlängerung um 30 Tage, aber auch dann wird die Zeit für die Strecke sehr knapp – über den „ganz dicken Daumen“ liegen noch 4.800 km im Land vor uns. Irgendwo werden wir also auch noch mal die Räder auf einem Busdach befestigen müssen.

    Hotels finden, essen bestellen, Teebeutel kaufen, Impfungen entgehen… so anspruchsvoll wie in China war die Verständigung noch nie, aber bisher waren alle Chinesen sehr hilfsbereit und freundlich, auch wenn sie oft einfach nicht verstehen, was man von ihnen will – eigentlich hilft da immer nur gemeinsames lachen!

    Auf dem Land hatten wir zunächst das Gefühl, dass die Menschen etwas unnahbar sind, sie stieren einen an, aber sagen nichts – einige Tage später wurde uns klar, dass manche von ihnen erst mal ein paar Minuten brauchen, bis sie zurückgrüßen – wir wirken auf die Landbevölkerung wohl einfach zu exotisch.

    Tipp: Wer bei Google maps die Stadt Qiemo sucht, landet irgendwo im tibetischen Nirgendwo. Da es einige Chinesen mit extremer Internet –Phobie gibt, wird hier vieles manipuliert. Wer anstatt „Qiemo“ „Qarqan“ schreibt, findet Qiemo.

  4. Dennis Boldt sagt:

    Bettina und Alexander beschreiben auch eindrucksvoll die 315. Da gibt es auch den einen oder anderen Tipp, wie “Wir haben mittlerweile begriffen, dass meistens nur ein Hotel pro Stadt Ausländer aufnehmen darf”. Fahrt ihr die komplette 315?

    Gruß Dennis

  5. nico sagt:

    Toll! Ich finde das sind die besten Bilder bisher! Ich hoffe ich kann auch irgendwann mal die Wüste abseits von Touribussen erleben. ;)
    Wieviele Platten hattet Ihr denn schon auf die 11300 km?
    Grüße aus der Pfalz!

    nico

  6. Malte sagt:

    Bei so viel Wüste und Gegenwind kann ich euch nur viel (mentales) Durchhaltevermögen wünschen. Eine gute Kondition solltet ihr ja nach mehr als 11000 Kilometern bereits haben!
    Ansonsten werde ich bei euerm Luxusasphalt ganz neidisch! Vielleicht sollte es mit dem abgucken guter Technologien in dem Fall mal anders herum laufen…!
    Grüße aus dem spätsommerlichen Hamburg!

  7. Navi-Martin sagt:

    Puh, bei so viel Sand kann man euch ja immer nur genug Wasser wünschen. Aber das ist halt so. WÜSTE
    Daumendrück – möget ihr keine Pannen haben! ;)

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