Zwei Pässe vor Ankara Politisches
Mai 192011

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Ankara / Türkei

80. Reisetag

4364 Kilometer

Unsere beiden Oberhemden, die uns auf dem Weg Istanbul – Ankara vor der Sonne geschützt haben, kann man senkrecht in die Ecke stellen; eine dicke Salzschicht hat sich in den Fasern festgesetzt. Wir haben unseren Wasserbedarf auf etwa 7 Liter am Tag gesteigert – es ist endlich warm geworden und das stete Bergauf und Bergab tut sein Übriges.

Wir geben die Plastiktüte mit den „kontaminierten“ Kleiderstücken schnell an der Hotelrezeption in Ankara ab; es ist uns immer etwas unangenehm nicht selber Waschen zu können, aber Waschsalons sind hier nicht üblich.

Vor 7 Tagen hatte uns eine Fähre von Istanbul eine gute Stunde über das Marmarameer nach Yalova gebracht. Das geschäftige Leben der türkischen Metropole weichte abrupt dem ländlichen Charme Westanatoliens.

Der Kontrast war enorm. Wenige Traktoren statt der Blechlawinen Istanbuls. Natur statt Menschenmassen ließen uns schnell wieder in unseren Fahrradalltag eintauchen. Die Veränderung der Landschaft auf den 414 km Strecke hat uns beeindruckt. Zunächst säumten Olivenhaine unseren Weg durch die Berge, kleine Orte sorgten für Abwechslung. Tags darauf folgten schroffe, mit niedrigen Sträuchern bewachsene Berge die in einem ungeheuren Farbspektrum erschienen. Eine Gegend wie aus einem Filmset für Science Fiction Regisseure.

Auf dem letzten Pass vor Ankara hatten wir unsere Wasserflaschen dann noch einmal mit frischem Wasser gefüllt. Unseren Durst können wir bisher in der ländlichen Türkei immer mit frischem Quellwasser vom Straßenrad stillen (nur in den Städten ist das Wasser stark gechlort und selbst zum Nudeln kochen ungenießbar).  Unseren Bedarf an Salz und anderem Treibstoff, der uns die Berge hochtreten lässt, stillen wir mit Ayran (Joghurt, Wasser, Salz) und Orangensaft.

Dann rollten wir Bergab. Nach einer Baustelle wurde die Straße vierspurig. 30 km ging es nun über eine zur Stadtautobahn ausgebaute Schnellstraße in die junge Hauptstadt der Türken. Zwischen kleinen Dolmusbussen, LKW, Taxen und türkischen Autofahrern fädelten wir uns 1,5h immer auf die richtige Fahrspur um das Zentrum mit seinen vielen riesigen Nationalflaggen zu erreichen (am 19. Mai ist der Tag der Jugend, des Sports und Attatürk´s).

Vermutlich werden wir genügend Zeit zur ausgiebigen Erkundung Ankaras haben, denn wieder, bzw. noch immer, warten wir auf unsere Visa für den Iran, die wir hier bei der Botschaft abholen möchten.

Und hier dannnoch ein schnelles Video für die Freunde des bewegten Bildes:

Eine Antwort to “Endlich Sommer”

  1. Dennis Boldt sagt:

    Hallo ihr beiden,

    es freut mich immer wieder Eure schönen Berichte zu lesen. Das Video hat mir auch wieder sehr gut gefallen. Da kommen die Erinnerungen des letzten Jahres wieder hoch. Im Juli werden wir uns für 4 Wochen auch wieder auf das Rad schwingen und durch Georgien und die Türkei radeln. Von daher bin ich sehr an den Berichten aus der Türkei interessiert — insbesondere der Teil der noch vor Euch liegt.

    Grüße aus Lübeck,
    Dennis

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