Meldung aus der Walachai Über die Donau nach Bulgarien
Apr 272011

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Jedes der zahlreichen Dörfer, durch die wir radeln hat mindestens ein „Magazin Alimentare“ – einen Dorfladen.  Ein kleiner Raum, vollgestopft mit alledem, was die bäuerliche Landbevölkerung nicht selbst herstellt.

Es  ist bereits sieben Uhr abends, als wir nach 86km das Dorf passieren, indem wir uns mit Trinkwasser und ein paar Lebensmitteln für´s Camp eindecken wollen.

Nun beginnt das allabendliche, rumänische Einkaufsspektakel. Sowohl für die herumstehenden Einwohner, den geschäftsmäßig ungeduldigen Ladenbesitzer, als auch für uns, deren rumänisches Vokabular sich auf ein paar Worte beschränkt.

Während ich mich in den kleinen Laden, der in der Regel auch den Dorfkrug darstellt, begebe, bewacht Johanna draußen die Fahrräder und stellt sich den fachlichen Fragen der Männer und neugieren Fingern der Kinder.

Mit betreten des Ladens stehe ich vor einem Tresen, etwa 1 Meter dahinter befindet sich sämtliche Ware in Regalen. – Für einen Kurzsichtigen schwer auszumachen, für einen Einkaufswilligen unerreichbar, es sei denn, er vermag seinen Wunsch in Worten auszudrücken.

Ok, für heute stehen Milch, Brot, Nudeln und Honig auf dem Zettel. Mit trommelnden Fingern wird darauf gewartet, dass ich nun endlich meine Wahl treffe. Doch ich kann in den Regalen einfach nichts von dem entdecken, was wir heute brauchen. Also anders. In dem sicheren glauben, dass Tiere nicht von dem babylonischen Sprachgewirr betroffen sind, das meinen Einkaufswunsch erschwert, mache ich das Zeichen für trinken und ahme den internationalen Kuhlaut nach. Klar, der Ladenbesitzer lacht sich scheckig, gibt mir dann aber Milch. Beim Honig habe ich versagt…

Inzwischen sind auch weitere Schaulistige in den Laden gekommen, langsam wird es eng, was den Druck auf mich erhöht. Alles was ich auf dem Tresen sammel wird von den Umstehenden befingert und untersucht. Ja, ist schon interessant, was die Verrückten mit dem Fahrrad so einkaufen.

Jetzt aber schnell bezahlen und Johanna erlösen, die sich inzwischen auch ein paar Roma stellen musste, die ihr „Madame, Madame!“ rufend Kussmünder zuwerfen.

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