Feiern Usbeken lieber unter sich? Osch in Kirgisistan
Aug 222011

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Andijan / Usbekistan

175. Reisetag

9.518 Kilometer

Selbst mitten im schlechtbeleuchtetem Tunnel, kurz unter dem Kamchik-Pass (2267 M.ü.NN.),  steht ein Soldat in den Abgasen der gequälten LKW-Motoren. Zwei Tage haben wir uns von Taschkent (430 M.ü.NN.) auf eine Höhe von 1950 Meter geschraubt. Das hieß für uns endlich wieder kühlere Bergluft und interessante Ausblicke auf das Qutama-Gebirge. Am Gipfel ersparen uns zwei Tunnel die letzten 400 Höhenmeter. Wie auch die meisten Brücken im Land, sind die Tunnel vom usbekischen Militär gut bewacht. Vor dem Pass werden wir namentlich erfasst und vor jedem Tunnel folgt je eine weitere Passkontrolle und die Frage, ob wie Bomben (!) bei uns hätten.

Die Abfahrt ins Ferganatal, der fruchtbarsten Gegend in Zentralasien, ist rasant. Auf gutem Asphalt geht es aus den niedrig bewachsenen Bergen, vorbei an einer sandigen Zone hinein ins grüne, da bewässerte, Tal. Bei gutem Rückenwind pedalen wir vorbei an Kokand immer Richtung Osten nach Andijan, der Stadt die durch ein Massaker im Mai 2005 zu traurigem Ruhm gelangte.

Im Tal passieren wir weite Baumwollfelder und wundern uns am ersten Tag darüber, keine Menschen auf den Äckern zu sehen; ein Blick auf meine Uhr verrät mir später, es ist Sonntag. Wir genießen also ungestörte Pausen am Feldrand und am Abend ein Camp auf einer Wiese – kein Staub im Eingang, aber dafür seit Monaten wieder morgendlicher Tau auf dem Zelt. Es scheint uns, als ob auch hier der Spätsommer allmählich Einzug hält, aber bei über 30°C am Tage können wir die Pullover noch getrost in den Packtaschen lassen.

Davon, dass das Farganatal nicht nur fruchtbarstes Gebiet in Zentralasien, sondern auch immer wieder Ausgangspunkt von Unruhen, Aufständen und Grenzstreitigkeiten ist, merken wir nichts. Die Bewohner und auch die kontrollierenden Soldaten sind interessiert und freundlich. Und natürlich wandert eine Kanne Tee zu uns, wenn wir vor einem kleinen Landen im Ort Frühstücken.

Heute ist noch einmal großer Waschtag in einem Hotel in Andijon, bevor wir uns Morgen Richtung kigisische Grenze aufmachen, die wir hoffentlich am 24.08./25.08. problemlos passieren können.

3 Antworten to “Leichtes Treten im Ferganatal”

  1. Klaus sagt:

    Tolle aktuelle Bilder, Meine Frau stammt aus Margilan, Fergana,. War letztes Jahr 3 Wochen im März dort. Über den Pass bin ich 4 mal gefahren (mit PKW). Da waren ca 2.m hohe Schneewälle am Rand. Warte auf neu Bilder und Beschreibungen, denn wir wollen im nächsten Sommer wieder hin. Besonders interessiert uns die Situation zur Grenze nach Kirgistan, ist sie für Ausländer wieder offen?

    Ich hoffe;ihr erlebt auch so viel Gastfreundschaft wie wir…..Gute Weiterreise..

  2. Malte sagt:

    Trotz der Gefahr von Krankheiten, bekomme ich von euren Essenfotos immer großen Appetit! In diesem Fall finde ich den getrockneten Schafskäse mit den Backwaren daneben sehr interessant!
    Wünsche euch noch viel Spaß, Glück und Gesundheit!
    Malte

  3. Navi-Martin sagt:

    Vielen Dank dafür, dass ihr uns an den Ausblicken weiter so teilhaben lasst!
    Hauptsache, die rohen Lebensmittel bescheren euch nicht so viel RD.
    Weiter gute Reise!
    Martin

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