Rouqiang / China
213. Reisetag
11.591 Kilometer
„Schau mal, wie schön, dieses trockene Flusstal“. „Hhmh“, ich schaue kaum auf, mag die Wüste nicht mehr sehen und höre Musik (glücklicherweise befindet sich seit Hotan je ein MP3 Player in unseren Lenkertaschen). Mein europäischer Kopf, mein Geist, meine Sinne verlangen nach Eindrücken. Ich möchte meinen Lenker auf 50 Km Strecke auch mal zum lenken bewegen müssen, möchte mich fragen, was uns hinter der nächsten Kuppe oder Kurve erwartet.
Andreas hat recht wenn er von Veränderungen in der Wüste spricht. Je nach Körnung wirft der Wind andere Wellenformen über das Land. Immer wieder wurzeln Pflanzen im Sand und schaffen Formen. Bunte Steine, die wie frisch polierte Edelsteine in den feinen Sand gefallen scheinen, beleben das Bild.
Doch ich höre die durch den Sand gestressten Reisverschlüsse am Zelt, sehe die schlechte Lebensmittelauswahl in den Dörfern, spüre den Gegenwind auf den endlosen Geraden und die sandige Weite, in der es nichts gibt, an dem meine Augen nach zwei Wochen noch hängen bleiben.
Wir sind am Ende der Taklamakan- Wüste angekommen und verlassen damit in den nächsten Tagen auch die erste durchradelte, chinesische Provinz Xinjiang. Xinjiang ist die größte und eine der ärmsten Provinzen Chinas. Xinjiang hieß für uns Wüste und uigurisches Leben in den Oasen. China, wie wir es uns gemeinhin in Europa vorstellen, haben wir hier nicht gefunden.

Ja, ich habe mich auch schon gefragt, wie man unbeschadet durch Länder per Rad kommt, wo das Recht des Stärkeren gilt….. selbst der defensivste Fahrstiel kann vor dem schecklichsz´ten Unglück nicht bewahren…..
Ihr habt mal gefragt, wo bleiben die 1,3 Millarden Chinesen: Da erinnere ich mich mal an das Buch von 2 Weltumradler aus Sachsen, die noch zu DDR Zeiten wegradelten und erst nach Jahren nach der “Wende” zurückkamen, also die Zeit vor ca. 20 Jahren war das. Die beschrieben, dass sie China als das schrecklichste bisher befahrene Land erfuhren (Sie radelten von Ost nach West). Der unendliche Bürokratismus und dazu die Menschen, die rund um die Uhr schauen wollten, was die Fremden da machen. Selbst auf dem WC machte das nicht halt…..Das haben sie vor allem von Ost-China beschrieben, wo ihr ja in den nächsten Wochen hinkommt. Hat sich da was verändert?? Weiterhin gute, vorausschauende, defensive Fahrt…Ja passt auf euch auf!
Klaus
Ein denkbar trauriger Tag. Ein Schock, der einen zum Grübeln bringt!
Danke für die schönen Eindrücke aus einer fernen Welt.
Passt auf euch auf!
Eberhard