Leichtes Treten im Ferganatal Vor Chinas Grenze
Aug 272011

AKR_8017 (800x531)

Osch / Kirgisistan

180. Reisetag

9.581 Kilometer

Die zweite Nacht in Folge wird das Gebet des Imams in die Dunkelheit der Stadt übertragen. Ohne Pause dringt der Singsang seiner Worte durch das Moskitonetz in unser Hotelzimmer. Es ist 03:30 Uhr und mein Kopf hat vor etwa einer Stunde entschieden, diese Stimme nicht mehr ausblenden zu können – ich nehme mir unser Netbook und beginne den „Osch-Artikel“ zu schreiben.

Vom Radfahren kann ich kaum berichten, zwischen Andijon und Osch liegen lediglich 50 km – einziges Hindernis  ist die Staatengrenze zwischen Usbekistan und Kirgisistan.

Entgegen diverser Hinweise und Annahmen, konnten wir die Grenze am 25.08.11 problemlos passieren – wir waren morgens um 07:00 Uhr die Einzigen, die vor dem mächtigen Gittertor standen und bei den Usbeken um Auslass baten.

Nachdem wir die Zollerklärung abgegeben hatten, durften wir den langweiligen Zöllnermorgen noch ein wenig mit dem Auspacken und Erläutern unserer Packtaschen bereichern – da hilft nur mitspielen und alles übergenau vorführen und erklären.

Die erste Stadt hinter der Grenze ist Osch. Osch ist quirlig, schmutzig und die Spuren der Zerstörung, die die Unruhen im letzten Jahr mit sich gebracht haben, sind überall deutlich zu sehen. Häuser und einzelne Ladenlokale sind ausgebrannt und wurden bisher nicht wieder eröffnet. Auch wenn es in der Stadt im Moment ruhig ist,  hier haben wir das erste Mal kein gutes Gefühl nach Anbruch der Dunkelheit auf der Straße zu sein.

Im Sommer 2010 waren Kirgisen auf die usbekische Minderheit in der Stadt losgegangen, hatten gemordet, zerstört und in Brand gesteckt. Eine hohe Anzahl von Usbeken waren diesem Ausbruch der Gewalt zum Opfer gefallen. (Wikipedia: Unruhen in Suedkirgisistan 2010)

Ab Morgen warten dann die Berge des Alay Gebirges auf uns. Wir freuen uns auf kühlere Temperaturen, Jurten, Hirten, steile Pisten und weite Ausblicke auf dem Weg nach China.

Unter Route, wie gewohnt,  der Länderabschluss zu Usbekistan.

2 Antworten to “Osch in Kirgisistan”

  1. Schon wenn man aus der Stadt heraus fährt werdet ihr merken das die Straße nagelneu ist. Die Chinesen haben sie von der Grenze bis nach Osh gebaut. Der Ausbau müsste fast komplett sein und die Landschaft da oben ist einfach fantastisch.

  2. Michael sagt:

    Ich verfolge eure Post regelmäßig. Ich wünsche euch weiterhin viel Spaß und sichere Wege auf dem Weg durch die Welt. :-)

Eine Antwort hinterlassen

Comment moderation is enabled. Your comment may take some time to appear.