Seit etwa drei Tagen sehen wir auf den Gewässern kaum noch Eis. Die Temperaturen steigen am Tage in den zweistelligen Plusbereich. Die Kehrseite dieser Wärme ist der starke Südwind, der unser Radlerleben schwer macht. Seit heute hat der Wind weiter auf West gedreht. Gestern machten wir unter Anstrengung gerade mal um die 12km/h gegen den Wind – Heute flogen wir bei lockerem Tritt mit 22km/h die Elbe hinauf.
Auf dem Elberadweg haben wir in den letzten Tagen mehrfach die Bundesländer gewechselt, kurbelten aber die meisten Kilometer in Sachsen-Anhalt. Der Landtagswahlkampf ist unübersehbar. Wir hoffen, dass es die Partei mit den meisten Wahlplakaten nicht über die 5% Hürde schafft.
Vor drei Tagen haben wir unser Nachtlager in der Bauhausstadt Dessau aufgeschlagen. Stilgerecht logierten wir in einem besonderen (Boots-) Haus, welches von dem Ingenieur Hugo Junkers erbaut wurde.
Weitere Nächte verbrachten wir im Zelt. Nach einer Strecke von etwa 80km im Gegenwind viel es uns nicht schwer mit einbrechender Dämmerung den Schlafsack zu schließen um am Folgemorgen bereits um 8:00 Uhr in die Pedale zu treten.
Nicht nur das Wetter wurde zusehends schöner – ab Mittag verzichteten wir auf Wollmütze und Winterhandschuhe – sondern auch die Landschaft interessanter. Nach dem etwas kühlen Charme der weitflächigen Auenlandschaft traten ab Riesa die ersten Weinberge an die Ufer der Elbe. Der Radweg führte durch Städte wie Meissen und Radebeul direkt in die spektakuläre Innenstadt Dresdens. Hier hat uns ein freundlicher Kollege von Globetrotter Ausrüstung seine gemütliche Wohnung zur Verfügung gestellt.
Nach zehn Tagen Fahrrad fahren, werden wir uns einen Tage Pause gönnen. Dresden erkunden, Wäsche waschen und uns auf die nächste Etappe freuen.
Wenn ihr es urig mögt, solltet ihr den Sophienkeller am Zweinger besuchen. Sehr nett dort