Buchara / Usbekistan
161. Reisetag
8507 Kilometer
Unter meinen Füßen der schlechte Asphalt einer turkmenischen Straße, die sich durch sandige Dünen windet, über mir die gleißende Sonne, auf meiner Haut der heiße Wüstenwind und neben mir eine Horde Kamele, die das letzte harte Wüstengrün fressen. Kein Zweifel, so eine Landschaft hatte ich bisher noch nie erlebt.
Auf den fünf harten Etappen durch diese ausgesetzte Landschaft erlebten wir, wie glücklich einen der Anblick eines ersten Baumes machen kann, der eine Oase oder einen Ort ankündigt. Der ankündigt, dass es kühles Wasser geben wird, mit dem man den Sand den Rachen hinunter spülen, oder seine brennenden Augen auswaschen kann.
Wir haben Turkmenistan von seiner rauen und unbarmherzigen Seite kennen gelernt. Drei der fünf Tage erlebten wir einen Sandsturm, der das Land in Staub hüllte. Die auffallend schönen, schlanken und großen Turkmeninnen in Ihren bunten Kleidern, wickelten sich, sobald sie den sicheren Windschatten verließen, ihre asiatischen Gesichter in farbenfrohe Tücher – es war kein Wetter um sich in der Wüste aufzuhalten.
Als wir am fünften Tag, wieder im fliegendem Sand, an der Grenze zu Usbekistan standen war für uns klar, Turkmenistan ist im August kein guter Ort um Fahrradfahren zu lernen, aber die Menschen im Land lachen gerne zusammen mit den beiden staubigen Touristen über das Leben.
In der Turkmenistan-Zusammenfassung findet sich für alle Interessierten auch eine genaue Streckenbeschreibung für das Land, durch das man in aller Regel in fünf Tagen reisen muss (Transitvisum).
So, und jetzt mal eine ganz persönliche Frage, wer kennt eigentlich den Namen des turkmenischen Präsidenten? In Turkmenistan hat er eine Menge Macht inne und schmückt viele Fassaden. (Wikipedia/Turkmenistan)
Obwohl sich technische Gerät nicht gut mit feinem Sand verträgt, hat Andreas ab und an seine Kamera aus der heißen Tasche gezogen. Ich glaube, er wollte sich immer mal wieder vergewissern, dass das Gerät Temperaturen jenseits der fünfzig Grad und Sand übersteht.
