Die Spielregeln haben sich verschärft Wir haben 60 km „geschummelt“
Jul 092011

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Tabriz / Iran

131. Reisetag

Pausentag

Bei der Einfahrt nach Tabriz (drittgrößte Stadt des Iran; 1,5 Mio. Einwohner) sahen wir, dass es Einiges gibt, was wir uns gerne in Ruhe anschauen würden. Daher geht die Fahrt für uns erst morgen weiter Richtung Kaspisches Meer.

Gerade kommen wir vom großen Basar. Ein Erlebnis, das man kaum mit dem Besuch des Großen Basars in Istanbul vergleichen kann. Über uns überspannen, sakral anmutende, Gewölbe, denen man ansieht, dass sie ständig instandgesetzt werden. Auf den blanken Scheiben der kleinen Läden, stehen immer wieder schmale Bänder aus Sonnenlicht, dass durch kreisrunde Öffnungen in der Mitte einiger Kuppeln seinen Weg in den Basar findet. Später trifft man auf einen kleinen Abzweig, im Durchgang wird Cay verkauft oder Wasserpfeife geraucht und dahinter öffnet sich ein Hof,  in dem Obstbäume stehen und ein Brunnen den Durst stillt. In den angenehm kühlen Gassen des Basars riecht es nach Rosenblättern und Gewürzen. Teppiche, Klamotten, Küchengerät, Trockenobst, Nüsse und große Blechgefäße wechseln den Besitzer. Die arabischen Aufschriften lassen die Produkte noch ein wenig fremdartiger wirken. Faszinierend ist die entspannte Atmosphäre in den unzähligen Gewölbegängen, kein lautes Brüllen, kein überbordendes Anpreisen der Waren ist zu hören. Jeder geht seiner Beschäftigung nach, und wir können uns alles ganz in Ruhe anschauen, ohne von Ware anpreisenden Händlern, immer wieder in die Flucht geschlagen zu werden (wie es in der Türkei nur allzu oft der Fall war). Lediglich die Lastenträger mit ihren Achtungsrufen sind deutlich zu vernehmen. Sie beliefern mit schweren Rollwagen den gesamten Basar und leisten dabei harte Arbeit.

Zuvor haben wir uns die Blaue Mosche angeschaut. Ein beeindruckender Kuppelbau, der auch ohne ein Minarett die Blicke auf sich zieht. Die Mosche ist 1465 fertig gestellt worden und gesamthaft mit koboldblauen Mosaiken verkleidet gewesen. 1779 ist sie zum Großteil jedoch einem Erdbeben zum Opfer gefallen. Heute ist der Rekonstruktion anzusehen, was Original und was Nachbildung ist- eine gelungene Restaurierung.

Noch immer fällt es uns etwas schwer, uns im iranischen Alltag zu Recht zu finden. Supermärkte haben wir bisher noch gar nicht gefunden und das Einkaufen auf dem Basar ist zeitraubend und anstrengend. Schon beim Bestellen im Imbiss am Straßenrand stoßen wir an unsere Grenzen, da einen die Schriftzeichen zum Analphabeten werden lassen. Und auch wenn man sich ganz sicher ist, auf Farsi gesagt zu haben, dass kein Fleisch in das zweite Sandwich soll, findet sich eine Bulette darin. Da bleibt nur noch die Frage zu beantworten, ob Hackfleisch im Iran vegetarisch ist, oder unser Sprachführer nicht das hält was er verspricht?

Eine Antwort to “Tabriz – auf dem Bazar”

  1. Navi-Martin sagt:

    Na, das ist sooo toll, dass ich mich gleich wieder zu Wort melden muss!
    Und ich kann uns allen nur wünschen, dass ihr weiter solche beeindruckende Orient-Erlebnisse in Wort und Bild präsentieren könnt.
    Habt’s gut!
    Martin
    PS: Ich halte es mit Heinz Strunk: Fleisch ist mein Gemüse ;)

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