Weiter gen Osten Ab in die Wueste
Jul 272011

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Maschhad / Iran

149. Reisetag

7790 Kilometer

Die Vororte der Märtyrerstadt (= Maschhad) liegen bereits hinter uns, als wir auf die ersten Hinweisschilder zum Heiligen Schrein treffen. Maschhad ist mit 2,4 Mio. Einwohnern die zweitgrößte Stadt Irans und eine der bedeutendsten Pilgerstädten für schiitische Muslime Weltweit. Mit Warnweste und Durchsetzungsvermögen erreichen wir sicher den Vorplatz vor dem heiligen Bezirk. Tausende Reisende sind wie wir in der Stadt und strömen in und aus dem Mausoleum des Imam Reza (dem achten Imam der Schiiten).

In einem der unzähligen Hotels der Stadt finden wir ein sauberes Zimmer und befreien uns vom Gepäck, bevor wir uns frisch geduscht unter die Schar der Pilger mischen. Hinein in den heiligen Bezirk, den Haram (= verbotenen Ort) dürfen wir, als nicht Muslime, nicht (oder nur in organisierten Führungen, durch wenige Teile des Bezirks). So umrunden wir den verbotenen Ort und schieben uns durch die unzähligen kleine Gassen in seinem Umfeld, in denen unterschiedlichste Waren auf konsumfreudige Pilger aus Iran und anderen Ländern warten.

Turbane, Umhänge, Gesichtsschleier und Männer in knöchellangen Hemden – für uns gibt es viel zu schauen und doch fragen wir uns immer wieder, fotografieren wir selber eigentlich so viel wie wir abgelichtet werden? Denn besonders exotisch in diesem bunten Treiben, ist die große Frau mit den blauen Augen, aus deren Kopftuch vorne ein paar blonde Haare hervor luken. Überall werden wir beobachtet und mehr oder weniger offen fotografiert.

Bei den Schiiten (im Gegensatz zu den Sunniten) spielt das Pilgern zu heiligen Grabstätten eine  große Rolle. Und weil so eine Pilgerstätte auch heute noch ein großer Wirtschaftsfaktor ist, wird der heilige Bezirk laufend vergrößert und noch prächtiger ausgebaut. Alte Stadtviertel und der Basar mussten in den letzten Jahren dieser Expansion weichen, doch wir müssen zugeben, was wir von außen erahnen können, wird im Innenraum jeden gläubigen Pilger beeindrucken.

Wir lassen uns noch einen Abend durch dieses religiöse Zentrum treiben, bevor wir morgen Richtung turkmenische Grenze aufbrechen. Evtl. werden wir aus der Grenzstadt Sarakhs noch einmal unseren Blog aktualisieren. Ansonsten müssen wir uns für eine Woche, vom 01. bis zum 05. August verabschieden. Wie werden in Turkmenistan damit beschäftigt sein, gegen Wind und Zeit zu pedalen. Für die beiden Grenzübertritte und eine etwa 500 km lange Strecke durch den Wüstenstaat, stehen uns, laut Visum,  genau fünf Tage zu Verfügung. Bilder und Eindrücke aus Turkmenistan stellen wir daher sicher erst in Buchara (Usbekistan) ins Netz.

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