Chengdu / China
247. Reisetag
Kilometer
Nach dem Winter kommt der Herbst
Wir folgen einem quirligen Gebirgsfluss. Er schneidet sich immer tiefer in die Landschaft; die Berge um uns herum wachsen in die Höhe, während wir vom winterlich, kalten Plateau, in die herbstlich, bunt gefärbte Schlucht mit Laubbaumbestand rollen. Eine lange Abfahrt, ausgehend von 4345 Metern ü.N.N. bringt uns nach Ma´erkang. Hier rollen wir nach 110 KM auf 2400 Meter ü.N.N. in die Provinzhauptstadt ein.
Auf Andreas Gepäckträger wartet ein sehr nasses Zelt
Die Stadt ist übervoll, mit Menschen, Polizisten, gepanzerten Fahrzeugen, Taxen, Wasserwerfer und Radfahrer, dennoch fallen wir auf. Uniformierte erkundigen sich nach unserem Hotel, doch wir haben keines, finden kein einziges freies Bett im Ort. Die Anweisung der Beamten lautet: „Weiter suchen!“ Mark, ein Langzeitreisender aus Jena hilft uns beim Fragen. Zu dritt tingeln wir durch den Abend – hinter uns stets ein Streifenwagen.
Polizeilich verordnete Tiefstpreise?
Im Dunkeln erreichen wir das Ende der Stadt, vor uns das letzte Hotel – vier Sterne werden sicher zu teuer für uns sein. „Unser“ Polizist rollt heran, weist ermutigend auf die Freitreppe mit der goldenen Eingangstür – fragen kann man ja. Die Preistafel beginnt bei 600 RMB (ca.69€) doch Andreas wird sogleich ein Doppelzimmer für 380 RMB angeboten. Wir sind erleichtert nicht in der Dunkelheit nach einem Platz für unser nasses Zelt suchen zu müssen und der Polizist kann endlich seine Verfolgung beenden – alle Ausländer sind untergekommen und registriert.
Tibeter brennen für ein unabhängiges Land
Die Bezirkshauptstadt Ma ´erkan liegt unweit von Aba, der Stadt mit dem Kloster, in dessen Nähe sich in den letzten Monaten mehrere Mönche anzündeten, um für ein freies Tibet zu demonstrieren. Kürzlich brannte wieder ein Mensch, diesmal eine Nonne. Die Stimmung in der Bezirkshauptstadt ist entsprechend angespannt. Vor ein paar Wochen soll das Gebiet für Touristen gesperrt gewesen sein – wir erleben nur die vielen Kontrollen, die hohe Polizei- und Militärpräsens und das wir hier in der Stadt nicht ins Internet dürfen. In allen Internet-Cafés werden wir abgewiesen; W-LAN gibt es auch nicht.
(Zwei Links zum Thema: Amnesty International und China-Observer)
“Visa extension? No problem, but please go to the next City.”
Die Beamten des PSB ( Public Security Bureau ) sind gesammelt im Urlaub, so erzählt es uns jedenfalls eine Frau am Telefon. Vor Ort spricht keiner englisch. Wir bleiben stur, warten vor dem Büro, doch nichts hilft, wir werden in die Metropole Chengdu fahren.
Fünf Werktage, plus zwei Tage Wochenende, plus zwei Tage Busfahrt
Draußen, in den Straßen von Chengdu regnet es, doch unsere Pässe liegen hoffentlich trocken in der Schublade der unfreundlichen chinesischen PSB Beamtin. Wir trösten uns, dass wir in unserem kleinen Zimmer in Chengdu W-LAN haben und es unseren Fahrrädern und unserem Gepäck in Ma´erkang hoffentlich gut geht. Sieben Tage haben wir nun Zeit, durch die Straßen der 13 Milionen- Stadt zu laufen, bis wir unsere Pässe mit den Visaverlängerungen zurückerhalten.

Hallo Dennis,
frag´liebr nicht. Mein hinterer Fahrradständer ist ein ständiges Übel. Die Aufnahmeplatte (Roloff) für den Hinterbauständer verbiegt sich immer wieder ob des Gewichts und “legt” auch mein Rad dann so langsam ab.
Abstellen geht ab einem Winkel von 80° dann nur noch unter Sonderbedingungen. Bordsteinkanten, hohe Steine und Hügelchen werden von mir vor jedem Anhalten gesucht.
Ende November empfangen wir (hoffentlich) in Kunming ein Päckchen. darin werden auch neue Platten für die Ständer sein. Dann sieht mein Rad auch auf Fotos wieder chic, weil aufrecht, aus.
Wir benutzen zusätzlich noch Ständer für´s Vorderrad. Können wir bei schwer bepackten Rädern echt empfehlen.
So, Grüße aus Chengdu,
Andreas
Warum fällt das Rad auf dem ersten Bild nicht um? Da müssen doch die schweren Taschen in Kombination mit der Hebelwirkung das Rad auf den Boden legen. Mein Rad lag schon bei deutlich weniger Neigung…
Viel Glück mit den Visa.
Gruß Dennis