Serbien
Republik Serbien / Republika Srbija
Fläche (Weltrang: 110): 88 361 Quadratkilometer
Einwohner: 9 863 000 = 112 je Quadratkilometer
Hauptstadt: Belgrad
14. – 21. April 2011
Illock – Sip/Djerdap
Etwa 400 Kilometer
Zwischen Ilock und Nestin passierten wir die Grenze nach Serbien. Berg auf Berg ab radelten wir bei leichtem Regen durch ärmliche Dörfer an der Donau. In diesen ersten Dörfern in Grenznähe sprangen uns regelmäßig kläffenden Hunde an.
Auch als ich (Johanna) in der nächsten größeren Stadt Novi Sad den ersten Platten der Tour hatte regnete es. Mit letzter Luft rollten wir unter ein schmales Vordach einer Kaserne, wo uns auch prompt ein Cai von den Soldaten angeboten wurde.
Aus der Stadt führte uns eine mit Schlaglöchern übersäte, ruppige Schnellstraße, auf der wir bald mit dem sehr kreativen Verkehr der Serben vertraut wurden. Mit 6km/h kurbelten wir einen kilometerlangen Berg hinauf. Immer im Bemühen den größten Schlaglöchern auszuweichen, den überholenden Verkehr im Blick zu behalten und ab und an in den Straßengraben auszuweichen. Dazwischen durfte man nicht versäumen auch auf den überholenden Gegenverkehr zu achten, denn auf Serbiens Straßen ist auch schon einmal für drei Fahrzeuge nebeneinander Platz.
Serbien hat es uns am ersten Tag nicht leicht gemacht, sehr abrupt war der Übergang in ein wirklich armes Land. Doch später, als wir auch unsere „Schlammodysee“ nach Belgrad hinter uns hatten, haben wir die freundliche Bodenständigkeit, das lebendige Dorfleben, die begeisterte Anteilnahme und die wunderschöne Natur genossen.
Über Belgrad ging es für uns durch kleinere Städte und später winzige Dörfer an der Donau zum Donaudurchbruch. Schroffe Felsen und abgeschiedene Bergwiesen zeigten sich in der Sonne. Bei Sip verließen wir Serbien über einen großen Staudamm (Djerdap) nach etwa 400 km Richtung Rumänien.
Wir haben vom Sattel vieles gesehen, hier noch ein paar Stichpunkte, die uns besonders im Land aufgefallen sind:
- Auf den Straßen sind immer wieder Pferdewagen unterwegs. Meistens ist es fahrendes Volk, was auf den zahlreichen, wilden Müllkippen nach Brauchbarem sucht.
- Die Felder im Land sind klein. Die Menschen betreiben Subsistenzwirtschaft. Die Traktoren sind etwas für Oldtimerfans, winzig klein und mit zwei-scharigem Pflug versehen, begegnen sie einem überall, ob Dorfladen, Feld oder Strasse.
- Ebenso historisch sind die meisten Autos und die rege verkehrenden Busse. Soweit wir es erkennen konnten, fahren sie ohne TÜV, bis nicht mehr ausreichen Kühlwasser und Motorenöl für eine Fahrt mitgeführt werden kann. Die Luft ist dem entsprechend schlecht. Allerorts riecht es nach ungefiltertem Abgasen.
- Um die Ortsnamen in der Karte finden zu können, ist es notwendig, dass kyrillische Alphabet zu beherrschen. Leider kann man es nicht, wie von mir geplant, beim Radeln lernen, da einem der Verkehr und die extrem schlechten Straßen, alle Aufmerksamkeit abverlangen.
- Das Land ist Touristisch schlecht entwickelt. Wir sind, bis auf ein Hostel in Belgrad, aufs wilde Zelten angewiesen. Da teilweise jeder noch so schmale Streifen gerades Land bewirtschaftet ist, suchen wir teilweise lang nach einem geeigneten Platz.
- „Plop……. Plop“ zum Schluss noch das typische Geräusch vom Serbischen Donaustrand, wenn die Sonne untergeht und sich die Luft in den tausenden leeren PET- Flaschen abkühlt.
Veröffentlichte Artikel zu Serbien:
und noch unser Video: “Zwanzig Kilometer bis Belgrad”
Kommentare sind derzeit nicht möglich.