Turkmenistan

Turkmenistan / Türkmenistan Jumhuriyäti Zentral Asien
Fläche (Weltrang: 51): 488 100 Quadratkilometer
Einwohner: 4 833 000 = 9,9 je Quadratkilometer
Hauptstadt: Așgabat (Asgabat)
Strecke und Zeit
Wir haben das Land vom 01.08.2011 bis zum 05.08.2011 bereist. Auf der Transitstrecke ging es für uns von Serahs, an der iranischen Grenze im Süden, nach Turkmenabat und an die usbekische Grenze im Norden. 425 km der 500 km durchs Land sind wir pedalt und etwa 70 km haben wir die Wüste und den Sandsturm durch die Windschutzscheibe eines russischen LKW gesehen.
Wetter
Wir haben Schlechtwettertage erwischt. An drei von fünf Tagen kämpften wir gegen einen Sandsturm. Die Temperaturen von um die 40- 45°C im Schatten sind zwar für August in Zentralasien normal, zum Radfahren aber eine wirkliche Herausforderung (heißeste gemessene Temperatur in der Sonne 58,2°C – Radfahren in der Bio-Sauna).
Größte Herausforderung war jedoch der starke Nordwind, der auch nach Sonnenuntergang nicht einschlief.
Verkehr und Straßen
Die Straße von Serahs bis Mary ist extrem schlecht. Über einige Strecken fehlt der Asphalt vollständig, an anderer Stelle stehen nur noch einzelne Asphaltinseln; ein rundes Treten, oder Windschattenfahren ist bis Mary (ca. 110km) daher kaum möglich. Danach wird die Straße merklich besser, bleibt aber sehr “zentralasiatisch“. Verkehrsschilder oder Fahrbahnmarkierung gibt es im Land nicht bzw. kaum.
Bis Hauz-Han gehört einem die Piste fast allein, danach wird es etwas voller. Doch meist kommen 3-5 LKW (eine Karawane) zusammen angerollt und danach hat man für einige Zeit wieder seine Ruhe und kann großzügig um die Schlaglöcher „schlenkern“.
Fahrradfahren
Die leichtesten Km waren für uns die in der Dämmerung oder am frühen Morgen. Doch auch in der Nacht konnten wir, dank guter Lichtanlage, halbwegs schnell vorrankommen. Über Mittag/ Nachmittag sind wir, auf Grund der Grenzformalitäten, nur am ersten Tag geradelt. Es ist aber eigentlich keine gute Idee, da man gefühlt immer am Rand eines Hitzekollapses pedalt.
Was haben wir genossen
Nach einem langen Aufenthalt in einemLand wie dem Iran, kann man in Turkmenistan eine Menge genießen. Wir genossen die Freiheit uns zu kleiden und zu bewegen wie wir wollten. Wir genossen es, uns die vielen bunt gekleideten Frauen auf der Straße anzuschauen, mit denen man ganz offen und unverkrampft kommunizieren kann. Wir genossen, dass Turkmenen, auch ohne sich wirklich mit uns unterhalten zu können, immer einen Scherz mit uns machten und gerne gemeinsam lachen. Wir genossen die sehr freundliche Art der Turkmenen, die uns selbst in der Wüste mit Obst, Gemüse und Brot beschenkten. Und wir freuten uns in Turkmenabat über ein kühles Bier im Monat Ramadan, den man trotz der muslimischen Wurzeln des Landes, im postsozialistischen Turkmenistan nicht bemerkt.
Verständigung und Sprache
Turkmenisch ist dem Türkischen sehr nahe, so dass wir wieder unsere wenigen Floskeln türkisch einsetzen konnten. Zudem spricht man natürlich russisch (wir leider noch nicht). Was uns wirklich verwunderte und freute, war, dass sehr viele Turkmenen ein Jahr Deutsch in der Schule gehabt haben. Über 8.500km von der Heimat entfernt wird man mit einem freundlichen, wenn auch etwas verstaubtem, „Guten Tag“ empfangen. Zudem erklärten uns wirklich auffallend viele Männer, dass sie während ihrer Zeit in der Roten Armee in Karl-Marx-Stadt, Leipzig oder Potsdam stationiert waren.
Trinkwasser
Das Wasser im Land schmeckt meist wirklich schlecht. So dass wir hauptsächlich Mineralwasser tranken, oder Micropur (Wasserentkeimungstabletten) in die Flaschen gaben.
Grenzübertritte:
Die iranisch- turkmenische Grenze öffnet kurz vor 08:00 Uhr. Die Iraner kontrollierten je eine Radtasche von uns. Den Ausreisestempel gab es nach etwa einer Stunde Wartezeit, die nichts mit dem Andrang (den gibt es an der Grenze nicht) zu tun hat.
Freundlich, aber mit vielen Formularen empfingen uns die Turkmenen – wir kreuzten an, unterschrieben und zahlten (pro Person15 USD für ? (hoffentlich schickt uns jetzt niemand eine Waschmaschine zu! ).
Im Ort hinter der Grenze gibt es eine Bank, die ausschließlich USD tauscht.
Vor der turkmenisch- usbekischen Grenze parken diverse Autos, an denen wir uns mit ersten usbekischen SO´M versorgten. Der Umtausch vor der Grenze ist zu empfehlen, da Geldtauschen auf dem Schwarzmarkt in Usbekistan streng verboten ist, man das Geld aber sofort zum Wasser kaufen benötigen kann.
An der Grenze füllten wir dann wieder unsere Zollerklärung aus und gaben diese mit der von der Einreise ab. Nach einer unfreundlichen Gepäckkontrolle gab es den Ausreisestempel.
Auf der usbekischen Seite kämpften wir gegen drängelnde Trucker, füllten in die Zollerklärung wieder die mitgeführten Devisenbeträge ein und erhielten prompt den Einreisestempel.
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