Vietnam

Sozialistische Republik Vietnam / Cộng hòa Xã hội Chủ nghĩa Việt Nam Südost-Asien
Fläche (Weltrang: 64): 331 114 Quadratkilometer
Einwohner: 83 119 000 = 251 je Quadratkilometer
Hauptstadt: Ha Noi
Reisezeit und Route:
Am 12.12.2011 sind wir in Lao Cai von China nach Vietnam eingereist. Mit unserem Visum (in Kunming /China beantragt) im Pass verlief die Einreise problemlos. Bis Hanoi folgten wir dem Roten Fluß. Über Weihnachten und Neujahr haben wir unsere Räder in der Hauptstadt Vietnams geparkt und die Stadt, sowie die Umgebung (Ninh Binh) bereist. Am 05.01.2012 verließen wir Hanoi und am 09.01. das Land in Cau Treo Richtung Laos. Von Hanoi nahmen wir bis kurz hinter Vinh die AH1 unter unsere Reifen (sehr befahren, schmal und oft mäßiger Asphalt). Von dort bogen wir auf eine schmale oft schlammige Nebenstraße zum Grenzübergang ab.
Wetter:
An den ersten Tagen sahen wir die Sonne, dann wurde es jedoch immer grauer und kälter. Die letzten Tage regnete es fast dauerhaft und wir froren, als wir bei dichtem Nebel und Dauerregen um die 10°C den Grenzpass nach Laos erklommen.
Wasser/ Lebensmittel:
Reiß und Gemüse kann man überall in leckeren Variationen günstig erwerben. Hier ein Link zum Speiseplan Englisch- Vietnamesisch, der einem die Bestellung oft erleichtert. (Dank an Viet World Kitchen)
Trinkwasser haben wir lieber gekauft, wobei das Leitungswasser im Norden des Landes sicherer ist, als im Süden. Dort ist nach wie vor mit erhöhten Dioxinwerten zu rechnen (Kontaminierung durch das im Vietnam Krieg von den USA eingesetzte Entlaubungsmittel „Agent-Orange“ ).
Sprache und Verständigung:
Wir haben es sehr früh aufgegeben, uns vietnamesische Wörter einzuprägen. Schon in China waren wir an der Betonung gescheitert. Dabei werden die Buchstaben dort nur in drei Varianten betont, in Vietnam sind es sechs. Glücklicherweise fangen die Vietnamesen unsere Unzulänglichkeit gut auf – fast überall findet sich Jemand, der ein paar Sätze englisch spricht.
Aufgrund der französischen Kolonialvergangenheit, ist auch Französisch als Zweitsprache weit verbreitet. Einige Vietnamesen, die im „Bruderstaat“ DDR studierten oder arbeiteten sprechen deutsch.
Geldautomaten:
Dong (vietnamesische Währung) sollte man wenn möglichst außerhalb von Hanoi in kleineren Städten aus den Geldautomaten holen. In Hanoi, und das haben wir in noch keinem anderen Land erlebt, bezahlt man unabhängig von möglichen anderen Transaktionskosten, 10-20% Gebühr von der Abhebesumme an die jeweilige Bank vor Ort.
Wie viel Wert hat ein Dong in Hanoi?:
Beim Geldabheben am Automaten wird man über den Ausländeraufschlag schriftlich informiert, bei dem Einkauf von Lebensmitteln und Anderem, könnte man sich über einen 20% teureren Kaufpreis (als für Vietnamesen üblich) womöglich oft freuen. Sicher bezahlen wir oft mehr als Einheimische, aber in Hanoi waren viele Preise so fantasievoll hoch, dass uns die Luft weg blieb. In Hanoi braucht man viel Zeit um Einzukaufen, oder man bezahlt für ein Baguette vom Straßenhändler mehr als bei einem deutschen Bäcker.
Straße und Verkehr:
Es ist schon faszinierend, dass man die permanent von Rollern überfüllten, schmalen Straße in Hanoi ohne nach rechts und links zu sehen gerade überqueren kann. Wenn man nicht rennt und nicht unerwartet stehen bleibt, weicht der Rollerverkehr ganz selbstverständlich aus.
Doch all die Faszination den der flexible Rollerverkehr ausüben kann, tritt in den Hintergrund, sobald man die engen Altstadtgassen verlässt. Auf den Straßen außerhalb der Städte trifft man auf viel Schwerlast-, Bus- und Autoverkehr, der seinen Raum aggressiv einfordert. Glücklicherweise ist das Verkehrsaufkommen noch sehr viel geringer als beim reichen Nachbarn China – nur diese Tatsache macht die Straße in Vietnam manchmal angenehmer als chinesische.
Erschrocken hat uns, wie selbstverständlich LKW Fahre mittags Schnaps konsumieren.
Die Staats- und Umgangsform im Land:
Vietnamesen sind neugierig auf uns und unsere Räder. Auch wenn uns schon lang keiner mehr glaubt, dass wir mit dem Rad aus dem fernen Europa angereist sind, begutachtet man uns gerne. Reisen, pilgern, Fernhandel, all dies scheint in Vietnam keine Tradition zu haben. Zwar wird man als radelnder Europäer im Land von der auffallend jungen Bevölkerung oft unbeholfen, laut und ungestüm mit Hello -Rufen begrüßt, doch wenn man um heißes Wasser bittet wittern Vietnamesen zugleich ein Geschäft und verlangen Geld – für uns eine ganz neue Erfahrung.
Manchmal würde man der Neugierde der Vietnamesen gerne entkommen – doch das Land ist dicht besiedelt, es existieren kaum geschlossene Ortschaften, die Häuser verteilen sich gleichmäßig in der Landschaft. Diese Zersiedelung macht es kaum möglich ein ruhiges Fleckchen Land für eine Pause zu finden. „Schwarz Zelten“ ist in Vietnam verboten da Registrierungspflicht herrscht – wir wurden einmal aufgegriffen und mussten den Platz räumen, Strafgeld wurde nicht fällig.
Die Kommunistisch Partei Vietnams herrscht autoritär über die Bevölkerung der „Sozialistischen Volksrepublik“ Vietnam. Seit 1991 öffnet sich das Land zwar dem Außenhandel und dem Tourismus, zur Demokratisierung hat dies jedoch nicht geführt. Oppositionsparteien sind laut Verfassung nach wie vor verboten.
Internet:
In jeder günstigen Unterkunft gibt es W-LAN und nachdem wir über drei Monate mit der großen chinesischen Mauer im Netz leben mussten, haben wir uns über das fast freie Surfen in Vietnam gefreut. Doch auch die Kommunistische Partei Vietnams hat vor einigen Seiten im Netz Angst – wer über Facebook kommunizieren will, kann dies auch in Vietnam nur ganz sporadisch.
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